Von einer Sitzung auf die nächste einen Aufsatz lesen, eine wissenschaftliche Fragestellung dazu finden und einen weiteren Aufsatz zu ebenjender Fragestellung heraussuchen, eine Hausarbeit am Ende der ersten period schreiben, eine zweite am Ende der zweiten period - das ist hier Gang und Gebe. Da kann man in Deutschland wirklich froh sein, wenn die Leistungen für einen Kurs lediglich aus einem Referat in der Vorlesungszeit und einer Hausarbeit in den Semesterferien bestehen. Und ich muss zugeben, ich freue mich wieder auf die etwas entspannteren Studienverhältnisse in der Heimat. So ganz kann ich mir nicht vorstellen, wie Studenten in den Niederlanden nebenher auch noch arbeiten... Ich dachte ja, die Arbeit wird mir fehlen, weil ich nun eigentlich drei Jahre lang nie ohne einen Nebenjob war, aber hier kommt dahingehend keine Sehnsucht auf, weil keine Zeit.
Aber vielleicht ist das Ganze auch nur eine Frage der Gewöhnung. Ich muss schließlich auch noch eine Art Routine finden.
Ich bin also in der ersten Woche bereits vollkommen ausgelastet. Und dabei haben zwei Kurse, die ich belegt habe, noch nicht einmal begonnen. Ein bisschen flau wird mir bei der Vorstellung, was ich dann unter der Woche tun muss, ja schon. Denn eigentlich wollte ich mir die Wochenenden frei halten um Ausflüge zu machen oder für den Fall, dass Freunde mich besuchen. Auweia.
Wie sagte unser Koordinator in der Linguistik beim Treffen Freitag vor einer Woche so schön: "Genießen Sie das Wochenende - es wird Ihr letztes sein!"
Nun ja, mal sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Interessant sind die Kurse nämlich allemal und zum Lernen bietet sich die Unibibliothek hier mit ihrer learning zone (schöne sofa-artige Sitzgelegenheiten mit Tischen und Steckdosen für die Laptops) viel eher an als die in Regensburg. Dort saß ich heute geschlagene vier Stunden, nur um dann zu sehen, dass ich die danach benötigten Bücher nicht ausleihen konnte, weil Sonntag. Und Sonntag hat de verdieping, die Abteilung mit den Büchern der geisteswissenschaftlichen Fakultät, zu. Toll. Dann eben morgen nochmal das gleiche Spiel.
Kurse, die ich bis jetzt hatte:
- "Methods in Language Research" (1st period): Im Grunde ein Statistikkurs für Linguisten (SPSS) und damit sozusagen mein wichtigster, denn ich kann ihn im Korpuslinguistik-Modul meines Masters in Regensburg einbringen. Zwei Sitzungen à eineinhalb Stunden, eine davon Vorlesung mit der Theorie und die andere entweder Seminar mit praktischer Umsetzung der Theorie und Erklärungen zum Stoff oder SPSS-Tutorials, in welchen dann mit SPSS geübt wird. Insgesamt muss ich im Laufe des Kurses drei assignments (Übungsaufgaben im SPSS) abgeben und am Ende der period eine Klausur schreiben. Insgesamt ein guter Kurs, denke ich.
- "Dutch Culture and Society" (1st and 2nd period): Ein typischer Erasmuskurs, bei dem es um niederländische Geschichte, Stereotypen und Kultur geht. Dabei ist das Ganze aber ein reiner Lernkurs, wenn auch mit relativ hohem Aufwand (Vorlesung, Buch, Reader) und (angeblich) kleinen Aufgaben, die abgegeben werden müssen. Am Ende der ersten und der zweiten period steht jeweils eine Klausur.
- "Early Language Production and Perception" (1st and 2nd period): Mein bisher wirklich arbeitsintensivster Kurs, was ich dafür alles tun muss, steht auch weiter oben schon: Zwei Hausarbeiten, jede Woche ein Artikel, Diskussionsfrage und weiterer Artikel. Mal sehen wie ich das umsetzen kann, gerade kämpfe ich mit dieser Diskussionsfrage und dem zusätzlichen Artikel (ist aber auch schwer, wenn die Bib zu ist). Aber das Thema ist sehr sehr interessant und in der zweiten period besteht der Kurs eher aus Gastvorträgen und wir besuchen das Baby-Forschungszentrum. :3
Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht.
So, und nun widme ich mich mal weiter meiner Aufgabe für "Early Language"...
hehe, apropo Freunde, die dich eventuell besuchen wollen ;) ich bearbeite in der Zwischenzeit den alten Mann, er klingt mittlerweile gar nicht mehr sooooo abgeneigt.
AntwortenLöschenHier mal der Link, damit du dir auch mal mehr drunter vorstellen kannst: http://www.dickensfestijn.nl/
Es ist schön zu sehen, dass du dich langsam ein bischen einlebst und das Heim- und Flauscheweh nicht allzu schlimm ist!
und was ist eigentlich mit diesen periods gemeint?
Bei uns hier in der Bib is auch schon ganz gross Dickens angesagt.
AntwortenLöschenDas Semester ist hier in zwei Perioden unterteilt, in denen man verschiedene Kurse hat. Ich hab also im Oktober Pruefungszeit und im Dezember/Januar. :)