Die letzte Woche war zum Glück nicht mehr so eintönig wie die letzte. Zwar saß ich bis gerade eben an Statistik - die Prüfung ist am Mittwoch - aber immerhin ist ein Ende abzusehen. Nächsten Freitag kommen mich Freunde besuchen, darauf freue ich mich schon riesig. :)
Viel Energie gegeben hat mir der Ausflug nach Brüssel am Freitag, zusammen mit drei Studienkollegen. Diesen Tag haben wir uns, alle sehr gefrustet wegen der Prüfungen und der Vorstellung, dass wir nicht mal jetzt ein bisschen Freizeit haben, einfach gegönnt. Und es war wirklich super!
Ich war vorher noch nie in Belgien (immer nur in Frankreich) und hatte eigentlich keine genauen Vorstellungen von dem Land. Irgendwie schmeisst man die Beneluxstaaten ja immer einfach in einen Topf ohne groß über Unterschiede nachzudenken. Insofern hat mich Belgien bzw. Brüssel vollkommen überrascht.
Zunächst natürlich die Zweisprachigkeit in Niederländisch und Französisch. Da ich immer noch viel besser Französisch spreche als Niederländisch, fühlte ich mich irgendwie sofort geborgen - es tut gut, auf einmal wieder fast alles zu verstehen und sich nicht die Hälfte zusammenreimen zu müssen (zumindest was Durchsagen am Bahnhof betrifft xD). Von der Kultur her kamen mir die Belgier wirklich vor wie eine Mischung aus Franzosen und Holländern, wenn man das einfach so flapsig sagen darf. Zumindest erschien alles so vertraut französisch, aber auf eine eher bodenständige Art. In Paris quillt beispielsweise die Haute Couture aus allen Ecken (zumindest mir kam es immer so vor), Brüssel war da viel natürlicher. Die Belgier haben eben ihr Bier, ihre Waffeln und ihre Schokolade, und da sind sie stolz 'drauf. ;)
Leider war es recht kalt (meine kolumbianische Studienkollegin hat ziemlich gefroren) und es regnete fast durchgehend, was die Kälte auch noch verstärkte. Aber wir irrten trotzdem tapfer erst mal durch die halbe Stadt, bis wir uns doch entschlossen die Metro zu nehmen (gute Entscheidung) und ins Zentrum gefahren sind. Dort haben wir uns im Grunde vor allem den kulinarischen Genüssen Belgiens gewidmet (siehe oben). Ooooooh, diese Waffeln! Suchtpotential pur!
Was ich als alter Comicnarr besonders schön fand, war die frankobelgische Ansicht auf Comics, die sie eben als Cinquième Art, als fünfte Kunstform, erachtet. Da sieht man schon mal einen ca. 60-Jährigen in der Metro ein Comicalbum lesen, die Geschichte der Kathedrale wird in Comicform erzählt und es gibt einen eigenen Tim und Struppi Merchandise-Shop. :)
Insgesamt war Brüssel sehr sehr sympathisch und ich denke, es ist sicherlich noch eine Reise wert, auch wenn die Stadt an und für sich schnell erkundet ist. Aber ihr Charme hat mich gefangen. ^^ Und meinen Freunden erging es nicht anders. Wir waren zwar fix und fertig, als wir am Abend wieder zuhause waren, aber es war wirklich ein sehr schöner Ausflug.
So erholt sitze ich also seit gestern wieder am Lernen und sehne dem Ende entgegen. Statistik ist wirklich mein Angstfach - nicht unbedingt, weil ich es nicht könnte oder es so schwierig wäre, sondern wegen des Dozenten, der die Klausur zwar nicht stellt, aber korrigiert (komisches System, ja). Bei ihm hatten wir die gesamte erste period über das Seminar zu Vorlesung, und jedes Mal sind wir verwirrter herausgekommen als vorher. Dass sein Englisch nicht das Beste ist, das kann man ja nochmal verzeihen, aber er verwechselt andauernd Formeln und Zahlen, kann nicht wirklich erklären und vor allem bereitet er seinen Unterricht nicht vor oder spricht sich in keinster Weise mit dem Dozenten der Vorlesung ab... Zum Beispiel wurde uns in der Vorlesung gesagt, wir würden im Seminar die Probeklausur besprechen - dort schaut der Dozent dann die Fragen das erste Mal an und kann diese vor allem nicht wirklich beantworten... Es ist sehr, sagen wir mal, enervierend. Ich möchte diese Klausur einfach nur hinter mich bringen und hoffentlich bestehen (zum Glück zählt die Note in meinem Master nicht), damit ich endlich meine Hausarbeit anfangen und hoffentlich auch beende kann, bevor meine Freunde mich dann besuchen.