Montag, 18. Juni 2012

Mein Wohnheimszimmer ...

... ist ganz neutral und realistisch gesehen der absolute Wahnsinn! xD

Kleines, aber feines kamertje mit eigener Dusche, ausgelegtem weißen Flauscheteppichboden, großem Schreibtisch (inklusive LAN-Kabel aus der Wand sowie Drucker meiner Übermieterin, den ich benutzen darf), Schlafsofa, Sessel, Kleiderschrank, zwei Regalen und einigen Regalbrettern an der Wand... Alles natürlich typisch Wohnheim etwas älter, aber trotzdem einfach zum Wohlfühlen. :) Toiletten sind auf dem Gang, aber das macht mir persönlich gar nichts. Und auch die Küche ist gemeinschaftlich, für eine Wohnheimsküche ziemlich sauber und ausgestattet mit allem (Töpfe, Pfannen, Geschirr - auch alles von meiner Übermieterin). Dazu noch ein Staubsauger.

Sogar ihr Fahrrad hat mir meine Übermieterin für eine kleine Kaution überlassen, ein süßes kleines gelbes fiets mit zwei Schlössern (in Nimwegen wimmelt es vor Fahrraddieben, dieses hier ist ihr drittes oder viertes Fahrrad) und Fahrradtaschen. Ich werde mir bis September einen guten Regenmantel oder besser ein Regencape besorgen müssen, damit ich auch im Winter mit dem Rad zur Uni fahren kann.

Man sieht also, es war ein sehr befriedigendes Wochenende in Holland. ^_^ Wir waren dann auch gleich noch in der Altstadt, die ich bei meinem letzten Besuch in Nimwegen nicht mehr besichtigen konnte. Man merkt, dass diese Stadt sehr alt ist, es gibt viele kleine Gässchen wie in Regensburg, eine sehr schöne Kirche und viele süße kleine Klinkerhäuschen. :) Ich hab auch schon ein paar Bars zum Weggehen entdeckt.

Mit meinem rudimentären Niederländisch bin ich auch ganz gut weitergekommen. Und sogar einen Bekannten unserer Sommerschule im letzten Herbst habe ich zufällig in einem asiatischen Imbiss getroffen. xD

Langsam kommt das Auslandssemester ja in größeren Schritten näher, aber die Tatsache, dass ich ein schönes (und günstiges) Zimmer ergattert habe und jetzt die Stadt schon ein bisschen kenne, nimmt mir doch mein mulmiges Gefühl im Bauch. Zumindest zum Teil. Mal sehen, wie das dann in zwei Monaten aussieht, wenns wirklich ernst wird. :)

Die größte Erkenntnis dieses Wochenendes war jedoch: In den Niederlanden ernährt man sich am besten von asiatischen Imbissen oder kocht selbst. Ich habe jetzt noch keine typischen Gerichte wie bitterballen oder frikandels probiert, aber mein Vater war nicht sehr begeistert von seiner braadworst. ;) Es ist eben alles sehr fett und oft frittiert. Das ist hin und wieder toll, aber ich kann auch verstehen, warum die asiatischen Imbisse in Holland einen unglaublichen Siegeszug hinter sich haben...

In diesem Sinne: Smakelijk eten!

Sonntag, 10. Juni 2012

Eine Art Auslandstagebuch...

... soll das hier werden. Zum Einen, weil meine Freunde in der Heimat so am besten und schnellsten erfahren können, wie es mir in den Niederlanden ergehen wird. Zum Anderen als Zeugnis für mich selbst.

Im Grunde fange ich diesen Blog schon zu spät an. (Fast) alles Organisatorische ist bereits erledigt. xD
  • Bewerbung im Erasmus-Programm: Check. Wobei das wohl eher ein seltsamer Ablauf ist: Reguläre Zulassung zum Master in Linguistics an der RU > Reduzierung zu einem Auslandssemester > in letzter Sekunde ins Erasmus-Programm gerutscht. An dieser Stelle muss man mal wieder das Akademische Auslandsamt (AAA) der Uni Regensburg loben. Die Damen dort legen sich wirklich für jeden Einzelnen unglaublich ins Zeug. :)
  • Dokumente an die Uni in NL schicken: Check. Letzte Woche erst vollständig, da mein BA-Zeugnis noch fehlte, aber das wurde inzwischen ja endlich ausgestellt. (Was sagte ich gerade über die Damen im AAA? Ich verkneife mir jetzt mal einen Kommentar über deren Kolleginnen im Prüfungsamt.)
  • Finanzierung: Check.
  • Learning Agreement: Check. Sechs Kurse werde ich nach Plan belegen, drei davon kann ich einbringen... Finde den Fehler. :D
  • Niederländisch lernen: Öhm, naja, mehr oder weniger Check. Ich setze auf teilweisen Erwerb im Zielland. xD Laten we eens kijken. Die Kurse selbst werden dank Masterprogramm ja auf Englisch sein.
  • Wohnung: Check. Nach langer und sehr frustrierender Suche. Nimwegen ist, was Studentenwohnungen betrifft, ungefähr auf dem selben Level wie München. Da kann ein Zimmer schnell mal ein halbes Vermögen kosten.
Wobei die Wohnung noch nicht vollständig abgehakt ist. Nächstes Wochenende werde ich nach Nimwegen fahren, meine nette Vormieterin treffen, das Zimmer ansehen und den Zwischenmietvertrag unterschreiben. Einem billigen günstigen Wohnheimszimmer schaut man nicht ins Maul. ;)

Ab Mitte August werde ich dann in Nimwegen wohnen und an der Universiteit Radboud studieren. Ich kanns nicht leugnen, mulmig ist mir dabei schon. Ich habe einen Riesenrespekt vor Freunden und Bekannten, die ständig unterwegs sind und jedes halbe Jahr woanders wohnen, ob nun im europäischen Ausland oder noch weiter weg. Ich bin ein "Heimerl", ganz ehrlich zugegeben. Ich fühle mich zuhause am wohlsten und für mich ist es schon eine große Überwindung, Freund, Familie und Katertiere zurückzulassen und für nur fünf Monate an einem Ort 600km entfernt zu wohnen.

Aber ich möchte dieses Auslandssemester machen. Ich studiere nicht umsonst Sprachen, ich habe auch eine Menge Spaß daran, in fremden Ländern zu sein und neue Kulturen kennenzulernen. Ich freue mich, wenn ich merke, dass meine Fremdsprachenkenntnisse im jeweiligen Land doch besser werden. Wenn ich neue Leute kennenlerne. Neue Erfahrungen mache. Dennoch: Mein Gefühlsleben ist derzeit ziemlich zweigepolt. Phasen des sich Freuens wechseln sich bei mir ab mit Phasen, in denen ich mich eher ängstlich fühle. Angst vor dem Ungewissen, aber vor allem Angst vor der Trennung von Lieben und Bekanntem. Ich weiß nicht, ob das normal ist. Höchstwahrscheinlich schon.

Ich weiß nur, dass es mir gut tun wird, mal alleine zu leben und mich durchzuschlagen. :) Und im Grunde sind fünf Monate auch keine Zeit, vor allem nicht in einer (meiner Meinung nach) so schönen Stadt wie Nimwegen.

Aber nun werd ich nächstes Wochenende erst einmal ein endgültiges "Check." hinter die vermaledeite Wohnungsfrage setzen. :D Absolutes Traumzimmer oder heruntergekommenes Rattenloch? Auch diese spannende Frage wird bald auf diesem Kanal beantwortet!