... war wieder sehr ereignisreich und spannend. Ich kann es kaum glauben, dass ich nun schon drei Wochen hier in den Niederlanden lebe - es fühlt sich bereits so vertraut an, dass es mir wie eine Ewigkeit vorkommt und gleichzeitig bin ich doch gerade erst umgezogen. Insgesamt ein sehr komisches Gefühl.
Inzwischen komme ich mit dem Leben hier wirklich zurecht. Zumindest nehme ich das an. Ich habe zwar schon noch hin und wieder starke Momente des Heimwehs und der Sehnsucht nach meiner schlechteren Hälfte und den beiden Fellbällen, aber dennoch überwiegt auch in diesen Momenten die Zuversicht. Außerdem war diese letzte Woche zum größten Teil so schön, dass ich inzwischen behaupten kann: Ich glaube, dieser Aufenthalt wird zu einem großen Teil so toll sein, dass ich mich gerne daran zurückerinnere. Wenn ich im Januar dann zumindest ein bisschen Wehmut verspüre und vielleicht auch ein wenig traurig bin, wenn ich wieder fahren muss, dann habe ich alles richtig gemacht. :)
Diese letzte Woche war ja kaum mehr Programm der Einführungstage. Da ich mich bei dem Platzregen während der Fahrradtour vor einer Woche ein wenig erkältet hatte, verbrachte ich den Montag größtenteils im Wohnheim und erholte mich ein bisschen. Für mich war das auch bitter nötig. Obwohl ich nicht auf jeder Party zu finden war, waren die Orientierungstage trotzdem sehr anstrengend. Viele Informationen, viele neue Leute, die neue Umgebung, die fremde Sprache - das musste erst alles verdaut werden. Und ich bin ja nicht mehr die Jüngste, öhö öhöhöhö... (Zumindest komm ich mir unter den vielen Partywütigen hier oft sehr alt vor... xD)
Dienstag fuhr ich dann mit einer Britin (nennen wir sie mal R.) aus meiner Mentorengruppe (alle anderen hatten entweder schon anderes vor oder waren verkatert) mit dem Zug nach Amsterdam. Die Hauptstadt der Niederlande ist nur 1,5 Stunden Zugfahrt von Nijmegen entfernt, und so bot sich ein kleiner Tagestrip an. Dort angekommen war ich zunächst etwas enttäuscht. Die Umgebung um den Amsterdamer Hauptbahnhof ist wirklich nicht sehr ansehnlich, ich habe mich ein wenig an den Müncher Bahnhof erinnert gefühlt. Und wer diesen kennt, weiß, dass die Gegend nicht gerade der schönste Fleck auf Erden ist. Aber sobald wir weiter ins Zentrum der Innenstadt gingen, wurde das Stadtbild zunehmend angenehmer und auch die ersten grachten ließen sich sehen.
Insgesamt ist Amsterdam eine wunderschöne Stadt, mit vielen Details, die man gar nicht alle auf einmal aufnehmen kann. Die niedlichen schmalen Häuser (R. erklärte mir, diese seien so schmal, da früher Steuern pro Quadratmeter erhoben wurden und man deshalb eher in die Höhe baute), welche sich aufgrund der geringen Standfläche bereits zur Seite neigen - das schmalste Haus Amsterdams ist gerade mal einen Meter breit - kleine Geschäfte, Blumenkästen in der gesamten Stadt verteilt, die tausend Brücken über die grachten... Amsterdam hat wirklich eine unglaublich schöne Atmosphäre. Zwar war ich dieses Mal schlau genug, meine Kamera nicht zu vergessen, stattdessen hatte ich aber den Akku nicht aufgeladen, weswegen es bei einigen wenigen Fotos blieb. Aber da ich sicherlich noch einmal nach Amsterdam fahren werde, kann ich die Fotografiererei ja später nachholen.
Wir haben dann ganz touristisch ;) eine grachtentour mit dem Boot gemacht, die aber wirklich sehr interessant und ihre 9 Euronen definitiv wert war. Danach liefen wir noch zum rijksmuseum und ließen und am "I Amsterdam"-Schriftzug fotografieren, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten. Schon allein, um mal ins rijksmuseum zu gehen, muss ich unbedingt wiederkommen.
Mittwoch war dann eher wieder dem Faulenzen gewidmet, bevor am Abend eine kleine Feier mit meinen Mitbewohnern in der Küche anstand. :) Gemeinsam kochen und plaudern hat mir wirklich gefehlt.
Donnerstag war dann der Einführungstag der geisteswissenschaftlichen Fakultät, bei welchem wir in die Kursanmeldungsverfahren, Stundenplanerstellung etc. eingeweiht wurden. Bei der Gelegenheit durfte ich dann auch gleich feststellen, dass das hiesige akademische Auslandsamt mein learning agreement verschlampt hat, weswegen ich nächste Woche nicht nur zum stadswinkel (Rathaus) laufen darf, um mich endlich registrieren zu lassen, sondern auch ein neues learning agreement erstellen muss. Naja, angemeldet bin ich für meine Kurse, letztendlich also halb so schlimm.
Trotzdem wurde Donnerstag dann leider auch meine Erkältung wieder etwas stärker. Kalte Hörsäle nix gut.
Trotz laufender Nase ging es am Freitag dann aber weiter mit dem Treffen der Master in Linguistics Studenten. Und dieses Treffen ist unter anderem ein Hauptgrund, warum es mir gerade so gut geht. Alle meine Mitstudenten - alles reguläre Masterstudenten, wie ich es auch ursprünglich geplant hatte, nun bin ich die einzige Austauschstudentin - sind unglaublich nett und wirken sehr motiviert. Also zumindest auf das Studium hier kann ich wohl hohe Erwartungen setzen. Zudem sind wir wirklich sehr international, was das ganze noch interessanter macht. So sehr ich einige aus meiner Mentorengruppe mag - man merkt eben doch, wer zum Partymachen und wer zum Studieren hier ist.
Heute habe ich dann nochmal einen Tag Pause eingelegt, um meine Erkältung auch wirklich loszubekommen, bevor es am Dienstag mit den ersten Kursen losgeht. Ich habe das Glück, dass ich Montags keine Kurse habe, deswegen werde ich diesen Tag dann wohl zum Bücherkaufen und zur endgültigen Aktivierung meines Kontos (man muss hier seine PIN bei der Bank anbholen) nutzen.
Morgen ist jedenfalls nochmal ein ruhiger Sonntag angesagt, eventuell radel ich auch schnell zur Uni und versuche herauszufinden, wie genau mein Studentenausweis als Drucker- und Kopierkarte verwendbar ist... Mein neues learning agreement muss ja auch mal gedruckt werden...
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