... kommt mal Leben in diesen Gang! Mein Wohnheimsgang im wunderschönen hust SSHN-Wohnheim Vossenveld - eines der abgelegeneren Wohnheimen in Nijmegen - war bis heute morgen meistens totenstill. Ich kannte eine der Bewohnerinnen schon seit unserer Ankunft hier, aber gesehen habe ich sie seitdem nicht mehr...
Manchmal hat man sogar auf dem Gang Stimmen gehört, aber sobald ich die Tür geöffnet habe, waren sie weg. Ich dachte schon, es spukt hier. ;) So oder so hatte das Ganze eine komische Atmosphäre, wenn ich immer allein durch den Gang gestiefelt oder einsam in der Gemeinschaftsküche gesessen bin mit meinen Cornflakes vor mir.
Aber vielleicht von Anfang an - der große Bericht fehlt ja noch.
Dienstag sind also mein Freund und ich hier in Nijmegen angekommen und haben mein Zimmer im Wohnheim eingeräumt. Ich bin wirklich froh, dass ich ein so schönes Zimmer untervermietet bekommen habe. :) Hier kann man sich wirklich wohlfühlen.
Wir haben dann gemeinsam die Stadt ein wenig erkundet. Am Mittwoch zunächst zu Fuß, was allerdings keine gute Idee war. In Nijmegen ist alles so weit voneinander entfernt, dass wir vom Stadtzentrum zurück ins Wohnheim ungefähr 1,5 Stunden gebraucht haben. Man hat hier also wirklich besser ein Fahrrad - umso froher bin ich über mein kleines gelbes fiets.
Donnerstag haben wir nochmal die Stadt angesehen, dieses Mal aber per Bus. ;) Und abends kam dann die große Abschiedsangst... Ich kann es nicht leugen, von ihm getrennt zu sein war ein Albtraum für mich, und im Grunde ist es das immer noch. Ich habe immer wieder Phasen, in denen er mir so unglaublich fehlt. Das ist dann fast schon körperlich.
In diesen Phasen, in die ich mich bis gestern unglaublich hineingesteigert habe, wollte ich am liebsten mein Erasmussemester abbrechen und nach Hause fahren, einfach nur nach Hause, zu meiner vertrauten Wohnung, meinen Katzen, zu ihm. Zum Glück haben mir meine Eltern dann aber den Kopf gewaschen. Seit gestern Nachmittag geht es, latent Heimweh und Sehnsucht habe ich immer noch, aber ich kann damit umgehen.
Ich möchte nun lieber allen - und vor allem mir - zeigen, dass ich das schaffen kann!
Viel geholfen haben mir auch die netten Leute. Und damit meine ich nicht die Niederländer an sich, die natürlich auch wirklich nett sind und immer weiterhelfen, sondern vor allem meine "Leidensgenossen", die anderen Erasmusstudenten. Wir sind in mentor groups eingeteilt, Gruppen von etwa 20 Studenten, denen Mentoren (reguläre Studenten an der RU) zugeteilt sind, die sich um sie kümmern. Das System ist wirklich gut; vor allem in Verbindung mit Facebook funktioniert es wirklich hervorrragend. ;)
So ist immer irgendwas los. Am Freitag Abend haben wir einige unserer Mentoren getroffen, gestern waren wir am Waalstrand und heute nochmal. Ich habe ganz tollen Sonnenbrand...
Aber ich bin abgelenkt, was wirklich sehr gut ist. Ich bin wirklich froh, dass die Anderen da sind und ich täglich neue Leute kennenlerne. Heute habe ich mit einem Studenten aus der Schweiz lekker avondeten gekocht. :) Und wie bereits oben angedeutet, hat sich heute auch mein Gang etwas mit Leben gefüllt. :) Bis jetzt sind wir nur Mädels aus verschiedenen Nationen: USA, Russland, Tschechien... Ich bin wirklich gespannt, wer noch dazukommt, denn voll ist unser Gang noch immer nicht! :)
Ablenkung und Zuversicht, das ist der Weg.
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